2012: Der Untergang

1: Der Untergang | 2: Der Neubeginn | 3: So oft ging die Welt schon unter

 

Die Vision ist düster: Die Welt geht unter. Und das schon 2012. In Roland Emmerichs gleichnamigem Film ist das so. Und auch bei Student Gabriel da Silva: Er hat sich schon einen Bunker gesucht, Studentenfutter und Pfefferspray gekauft. 

Warum, Gabriel?

aufgezeichnet von Romy Ebert


Gabriel"Alle Hochkulturen – Römer, Mayas, Inkas – sind  irgendwann zusammengebrochen. Das wird auch unserer Kultur passieren.

Darum bereite ich mich vor. In meinem WG-Zimmer habe ich eine Notfallausrüstung, die alles beinhaltet, was mir 2012 das Leben retten könnte: Löschdecke, Kletterseil, Kerzen, Pfefferspray, Hygienemasken, Streichhölzer, Taschenlampe. Natürlich auch literweise Wasser und einen Vorrat an Lebensmitteln, zum Beispiel dreißig Päckchen Studentenfutter. 

Insgesamt habe ich bestimmt schon 200 Franken (etwa 140 Euro) für alles ausgegeben. Für meine Vorbereitungen habe ich mir ein Buch gekauft, „Checkliste 2012“ heißt das. Nach den Tipps in diesem Buch treffe ich meine Vorkehrungen.


Die Natur wehrt sich – bis 2030

Gabriel packt den Rucksack

Spätestens im Jahr 2030 kommt der Untergang, aber vermutlich bereits 2012. Es gibt so viele Anzeichen dafür. Erdbeben, Aufstände, die Bankenkrise und riesige Vulkanausbrüche auf verschiedenen Kontinenten. Haiti und die Weltwirtschaftskrise waren für mich der Anfang der großen Veränderungen auf der Erde. 

Das sind alles Signale, die uns warnen sollen. 

Die Natur wird sich gegen das, was wir ihr antun, wehren. Ich halte zum Beispiel den Ausbruch des Yellowstone-Vulkans für möglich. Erst gestern habe ich gelesen, dass sich die Erde am Yellowstone wölbt, was auf eine nahende Eruption deuten könnte.

Am wahrscheinlichsten ist für mich aber eine Sonneneruption, die unsere komplette Technik und damit die gesamte Zivilisation lahmlegt. Dafür gibt es die meisten Hinweise: Selbst die Nasa spricht von einer verstärkten Sonnenaktivität für 2012.


Jeder ist auf sich allein gestellt

Die Liste für den Untergang

Wenn so etwas passiert, wissen die Mächtigen und Politiker schon  Bescheid und bereiten sich vor. Sie sagen aber nichts, weil sonst Massenpanik ausbrechen würde. Jeder muss letztlich für sich selbst sorgen. 

Deswegen habe ich auch schon nach Survival-Gruppen gesucht, um mit Gleichgesinnten gemeinsam Vorbereitungen zu treffen und über 2012 zu reden. Leider gibt es ganz viele Gruppen in Deutschland oder Österreich, sogar in Brasilien, aber keine einzige in der Schweiz. 


Bunker wegen „2012“

Aber wenigstens habe ich einen Bunker in Zürich entdeckt, gleich bei mir um die Ecke. Der hat drei große Räume und würde für rund 1200 Menschen reichen. In den Bunker würde ich aber nur fliehen, wenn ein Planet oder Komet die Erde trifft, denn das wäre das Schlimmste.

Der Bunker von außen

Ich beschäftige mich noch gar nicht so lange mit dem Ende unserer Zivilisation. Seit November 2009, als der Film „2012“ von Roland Emmerich im Kino lief, interessiere ich mich dafür. Am Anfang des Films habe ich zunächst gedacht: „Ach Weltuntergang – wie soll das denn gehen?“ 

Aber dann war ich immer mehr fasziniert und habe abendelang im Internet recherchiert. Das Einzige, was sich sonst noch verändert hat, ist, dass ich jetzt mehr den Moment lebe. 

Carpe Diem eben.


Wenig Verständnis von Freunden

Der Plan des Bunkers

Viele meiner Freunde haben Angst vor dem Thema. Wenn man es anspricht, blocken sie sofort ab. Dabei machen sich gerade die Leute am meisten Gedanken zu dem Thema. Das Problem ist auch: Je mehr man den Menschen erzählt, desto weniger werden sie es glauben. 

Wie im Film von Roland Emmerich.  

Wirklich ehrlich kann ich deswegen nur mit wenigen Leuten reden – zum Beispiel mit meinen Eltern und ein paar wenigen Freunden. Mein Vater unterstützt mich sogar voll. Die meisten würden mich ja doch nur für verrückt erklären. Viele Menschen werden deshalb sterben, weil sie sich nicht einmal gedanklich vorbereiten.  

Ich habe wirklich keine Angst, egal was passiert. Aber es wäre schrecklich, wenn nur ich überleben würde, meine Freunde und Familie aber nicht."

 

 

Lese auf Seite 2, warum Stefan an einen Neubeginn
voller Glückseligkeit glaubt

Lese auf Seite 3, wie oft die Welt schon untergegangen ist
- und was ein dreibeiniges Küken damit zu tun hat

 

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